Mit ‘stadtrat’ getaggte Beiträge

Nachdem nach Fluthilfe und BRN wieder etwas Ruhe einkehrt, gibt es nun nahezu feststehende Neuigkeiten zur Miete und zum Kauf von städtischen Immobilien.

Der letzet Stand war die Besichtung der Kaitzer Straße 2 und die Einreichung des Nutzungskonzeptes bei der Stesad. Nicht mal eine Woche später kommt die Rückmeldung, dass die Stesad nicht mehr für das Gebäude verantwortlich ist und Herr Knauer vom Liegenschaftsamt die Verwaltung übernommen hat. Herr Knauer ist zum heutigen Zeitpunkt eine Antwort zwecks Vermietung und Verkauf auf eine E-Mail vom Dienstag schuldig.

Am 6. Juni wurde zur regelmäßig stattfindenden Einwohnerfragestunde (Min. 18:10) der Oberbürgermeisterin eine Frage zu städtischen Immobilen  eingereicht, deren Wortlaut hier nachzulesen ist. Das Ergebnis ist ernüchternd wie klärend: Bürgermeister Vorjohann, zuständig für Finanzen und Liegenschaften, machte deutlich, dass die Stadt Dresden keine Vermietung von städtischen Immobilien an nicht-kommerzielle Initiativen in Betracht zieht. Die derzeitige Wohnungsknappheit lässt so etwas nicht zu. Genausowenig werden Wächterhäuser eingesetzt, da deren Zweck die Überbrückung von Wohnungsüberschussphasen darstellt. Der Verkauf an nicht-kommerzielle Initiativen ist möglich, allerdings zu den gleichen Marktkonditionen wie für alle anderen Wettbewerbsteilnehmer.

Zur Kaitzer Straße 2 erklärte Herr Vorjohann seltsamerweise, dass das Gebäude in einem so maroden Zustand sei, dass es nicht mehr vermietet werden könne. Das war vor zwei Wochen – bevor unser Konzept eingereicht wurde – noch anders.

Was heißt das für das Probehaus und die Kaitzer Straße 2? Wir werden uns schnellstmöglich mit Vereinen und Stiftungen zusammensetzen, um die Gründung eines Vereins sowie die Finanzierung eines Kaufes zu planen, voranzutreiben und im besten Fall durchzuführen. Das alles in den nächsten Monaten, um spätestens Ende des Jahres alle Bands wieder untergebracht zu haben.

Am Montag ging das Konzept an unterschiedliche Stellen in der Stadt raus. Es werden diese Woche noch Treffen mit Stadträten und dem Branchenverband angesetzt. Konzeption Künstler- und Probehaus Kaitzer Straße 2.

Am Dienstag abend gab es das erste Treffen zum Vorgehen auf der Kaitzer Straße 2. Es waren knapp 15 Menschen anwesend und folgendes wurde besprochen.

Es sind sich alle grundsätzlich einig, dass Gebäude in ein Künstlerhaus zu verwandeln mit Proberäumen, Ateliers und Kunstwerkstätten. Zur Finanzierung wurden Mietkauf und Erbpacht, aber auch die mittelfristige Miete mit anschließendem Kauf über Kredite  durchgesprochen. Initiativen wie das Mietshäuser Syndikat, die Bundesinitiative Musik und die Bundesinitiative Kultur- und Kreativwirtschaft aber auch Crowdfunding und städtische Förderungen wurden bedacht.

Man einigte sich darauf, einen Verein zu gründen, der als Ansprechpartner für die Stadt auftreten soll und die juristische Person als Interessent am Haus darstellt. Bis nächsten Montag soll das Nutzungskonzept für die Stadt fertig sein, um vor der nächsten Stadtratssitzung am Donnerstag das Thema in den Köpfen zu haben. Außerdem ist eine Entscheidung vor der Sommerpause wünschenswert, da eine Entscheidung im August für die Musiker zu spät käme.

Am vergangenen Mittwoch gab es ein Treffen mit Nils Burchartz, Aufsichtsrat Musikwirtschaft im Branchenverband für Kultur- und Kreativwirtschaft, und dem Stadtrat Torsten Schulze.

Ein Erhalt des Gebäudes ist äußerst unwahrscheinlich. Die Instandhaltungskosten liegen bei über 200.000 EUR, eine Sanierung würde mehr als eine halbe Million kosten. Mir wurde überall geraten, die Bemühungen nicht in die Erhaltung des Gebäudes zu stecken, da die Drewag keinen direkten Nutzen von einer Sanierung hätte.

Herr Schulze hat viel telefoniert. Er hat vorerst allgemeine Anfragen zu Proberäumen an so gut wie jeden städtischen Betrieb der mit Immobilien zu tun hat gestellt (Drewag, DVB, Stesad, Schulverwaltungsamt). Da gibt es auch schon einige allgemeine, positive Antworten.

Vermutlich wird es nicht darauf hinauslaufen, alle Bands in ein Gebäude zu bekommen, sondern an verschiedenen Standorten unterzukommen; einige davon auch nur als Zwischenlösung für zwei bis fünf Jahre. Um eine bessere Planung zu ermöglichen, wird sich eine Bedarfsübersicht gewünscht, wieviele Proberäume, in welcher Größe, für wieviel Quadratmeterpreis und mit welcher Mindestnutzungsdauer gewünscht sind. Er hat darauf hingewiesen, dass die jeweiligen Betriebe gern einen einzelnen Ansprechpartner haben, wenn es um die Proberaumvergabe geht um dutzende Einzelanfragen zu vermeiden. Ob dazu ein Verein oder eine Interessengemeinschaft gegründet wird oder man sich einer bestehenden Struktur anschließt, wird sich in Gesprächen zwischen den Bands klären.

Nils Burchartz vom Branchenverband hilft gern mit Rat und Infrastruktur. Er hat den Kontakt zum Stadtrat möglich gemacht.