Am Mittwoch, den 17. Juli 2013, ab 18 Uhr veranstaltet die Stadtratsfraktion DIE LINKE im Lichthof des Rathauses eine Podiumsdiskussion unter dem Titel „Kultur braucht Raum“. Im Zentrum steht die Frage, wie Kreative in der Stadt unterstützt werden können und welche Rahmenbedingungen eine Stadt in diesem Sinne schaffen sollte. Nicht zuletzt geht es natürlich auch um die Problematik der Verdrängung von KünstlerInnen aus Gebäuden oder von Grundstücken und den Mangel an alternativen Räumlichkeiten.

Zugesagt haben der Bürgermeister für Stadtentwicklung Jörn Marx und der Kulturbürgermeister Dr. Ralf Lunau, Geschäftsführer der DREWAG Reiner Zieschank, die Stadträtin Kris Kaufmann mit Schwerpunkt auf Stadtentwicklung, Fotograf Lothar Lange für die IG Freiräume, Jacqueline Muth für den Freiraum Elbtal und Holger Knaak für die Blaue Fabrik. Die Moderation übernimmt MdL für DIE LINKE Annekatrin Klepsch. Außerdem hat das Probehaus G10 eine Einladung erhalten, um die Situation der freien Musiker und deren Bedürfnisse auf dem Podium zu vertreten.

Wir würden uns daher freuen, wenn ihr Künstler und Musiker aus eurem Umkreis einladet, an der Podiumsdiskussion teilzunehmen, um die Wichtigkeit des Anliegens klar zu machen.

Nachdem Finanz- und Liegenschaftsbürgermeister Vorjohann unmissverständlich klar gemacht hat, dass städtische Immobilien nicht vermietet werden, haben wir sofort eine Anfrage an den zuständigen Sachbearbeiter im Liegenschaftsamt geschickt, mit eindeutigem Kaufinteresse und der Bitte um einen Termin.

Heute kam dazu die Antwort des Sachbearbeiters, in der es salopp heißt, dass die Vorraussetzungen für eine Ausschreibung gerade geprüft werden und das Gebäude wohl im Frühjahr 2014 öffentlich ausgeschrieben wird. Man werde uns dann darüber informieren und stehe dann auch für ein persönliches Gespräch zur Verfügung.

Hinzu kommt noch, dass die inoffizielle Zusage der Drewag, auch bis Ende August mit dem Auszug der letzten Bands zu warten, nicht mehr existent ist.

Beides führt dazu, dass die Situation nun fast nicht mehr zu lösen ist. Ausweichobjekte werden von der Stadtverwaltung systematisch vom Markt genommen und die Verweildauer im alten Domizil wird wieder eingeschränkt.

Nachdem nach Fluthilfe und BRN wieder etwas Ruhe einkehrt, gibt es nun nahezu feststehende Neuigkeiten zur Miete und zum Kauf von städtischen Immobilien.

Der letzet Stand war die Besichtung der Kaitzer Straße 2 und die Einreichung des Nutzungskonzeptes bei der Stesad. Nicht mal eine Woche später kommt die Rückmeldung, dass die Stesad nicht mehr für das Gebäude verantwortlich ist und Herr Knauer vom Liegenschaftsamt die Verwaltung übernommen hat. Herr Knauer ist zum heutigen Zeitpunkt eine Antwort zwecks Vermietung und Verkauf auf eine E-Mail vom Dienstag schuldig.

Am 6. Juni wurde zur regelmäßig stattfindenden Einwohnerfragestunde (Min. 18:10) der Oberbürgermeisterin eine Frage zu städtischen Immobilen  eingereicht, deren Wortlaut hier nachzulesen ist. Das Ergebnis ist ernüchternd wie klärend: Bürgermeister Vorjohann, zuständig für Finanzen und Liegenschaften, machte deutlich, dass die Stadt Dresden keine Vermietung von städtischen Immobilien an nicht-kommerzielle Initiativen in Betracht zieht. Die derzeitige Wohnungsknappheit lässt so etwas nicht zu. Genausowenig werden Wächterhäuser eingesetzt, da deren Zweck die Überbrückung von Wohnungsüberschussphasen darstellt. Der Verkauf an nicht-kommerzielle Initiativen ist möglich, allerdings zu den gleichen Marktkonditionen wie für alle anderen Wettbewerbsteilnehmer.

Zur Kaitzer Straße 2 erklärte Herr Vorjohann seltsamerweise, dass das Gebäude in einem so maroden Zustand sei, dass es nicht mehr vermietet werden könne. Das war vor zwei Wochen – bevor unser Konzept eingereicht wurde – noch anders.

Was heißt das für das Probehaus und die Kaitzer Straße 2? Wir werden uns schnellstmöglich mit Vereinen und Stiftungen zusammensetzen, um die Gründung eines Vereins sowie die Finanzierung eines Kaufes zu planen, voranzutreiben und im besten Fall durchzuführen. Das alles in den nächsten Monaten, um spätestens Ende des Jahres alle Bands wieder untergebracht zu haben.

Am Montag ging das Konzept an unterschiedliche Stellen in der Stadt raus. Es werden diese Woche noch Treffen mit Stadträten und dem Branchenverband angesetzt. Konzeption Künstler- und Probehaus Kaitzer Straße 2.

Am Dienstag abend gab es das erste Treffen zum Vorgehen auf der Kaitzer Straße 2. Es waren knapp 15 Menschen anwesend und folgendes wurde besprochen.

Es sind sich alle grundsätzlich einig, dass Gebäude in ein Künstlerhaus zu verwandeln mit Proberäumen, Ateliers und Kunstwerkstätten. Zur Finanzierung wurden Mietkauf und Erbpacht, aber auch die mittelfristige Miete mit anschließendem Kauf über Kredite  durchgesprochen. Initiativen wie das Mietshäuser Syndikat, die Bundesinitiative Musik und die Bundesinitiative Kultur- und Kreativwirtschaft aber auch Crowdfunding und städtische Förderungen wurden bedacht.

Man einigte sich darauf, einen Verein zu gründen, der als Ansprechpartner für die Stadt auftreten soll und die juristische Person als Interessent am Haus darstellt. Bis nächsten Montag soll das Nutzungskonzept für die Stadt fertig sein, um vor der nächsten Stadtratssitzung am Donnerstag das Thema in den Köpfen zu haben. Außerdem ist eine Entscheidung vor der Sommerpause wünschenswert, da eine Entscheidung im August für die Musiker zu spät käme.

Die Kaitzer Straße 2 hat uns begeistert. Das Haus wurde bis 2011 noch genutzt, entsprechend gut sind bauliche Substanz, Elektrik und Rohre in Schuss. Einzig eine zweijährige Nichtbelüftung hat einen muffigen Geruch hinterlassen. Elektrik, Wasser und Heizung muss überprüft und gegebenenfalls erneuert werden, vermutlich auf Mieterkosten. Ein Fernwärmeanschluss ist möglich. An einer Ecke des Hauses ist im Untergeschoss die Wand feucht, da von außen Erde anliegt. Lässt sich aber gut beheben.

Wohngebiete sind erst in 100m Entfernung an der Stirnseite des Hauses, der Rest ist durch Gewerbe bzw. den Hauptbahnhof abgeschirmt. Aus diesem Grund lassen sich das Nebengebäude und das Unter- und Erdgeschoss als Proberäume nutzen (Grundrisse Kaitzer 2), das Untergeschoss erst nach guter Durchlüftung. Insgesamt kommen so im Nebengebäude 4 große Räume (23m² bis 45m²), im Erdgeschoss 10 Räume (um die 16m²) und im Untergeschoss um die 7 Räume (13m² bis 30m²) zustande. Im Grundriss ist das Untergeschoss als „Keller“ geführt. Das stimmt so nicht ganz, da bis auf eine Ecke das Geschoss frei gelegt wurde. Insgesamt ergibt sich ein Nutzfläche für Proberäume von 435m². Das ist zwar rein rechnerisch nicht die gleiche Größe wie das Probehaus am Gasometer, aber wir sind damit ein ganzes Stück weiter.

Der Quadratmeterpreis wird inklusive Investitionskosten bei 5 bis 8 EUR liegen. Das ist allerdings nur eine grobe Schätzung, da die Kaltmiete nicht gesichert ist und die Kosten für die Instandsetzung und wer diese übernimmt noch nicht geklärt sind.

Im nächsten Schritt muss ein Nutzungskonzept erarbeitet werden um es der Stadt vorzulegen. Da die Sommerpause für den Stadtrat bevorsteht, eilt es, da sonst mit einer Entscheidung erst im August zu rechnen ist. Daher ist am Dienstag, den 21. Mai, um 18 Uhr ein Treffen im Freiraum Elbtal (Leipziger Straße 33) angesetzt, um das Konzept grob zu erarbeiten und am Mittwoch fertig zu haben. Es ist wünschenswert, von jeder Band einen Vertreter vor Ort zu haben, um möglichst breitgefächerte Interessen einfließen zu lassen. Bringt dazu Meinungen, Argumente und Visionen mit um ein überzeugendes Konzept auf die Beine zu stellen.

Der Inhalt wurde von freiraum.fueralle.org übernommen.

…leider seit 11 Jahren nichts. Die Königsbrücker 119 ist eines von vielen Beispielen verfehlter Stadtpolitik. Anstatt die Bemühungen für ein Stadteilzentrum zu unterstützen,versucht die Stadt seit 9 Jahren erfolglos die Fläche zu verkaufen.

Königsbrücker Straße 119Königsbrücker Straße 119, Dresden

…eine partizipative StadtWerkstatt. Am 25. Mai machen wir die Grünfläche vor der Königsbrücker Straße 119 mit Workshops, Konzerten, DIY-Kunst und politischen Diskussionen zu einem Experimentierfeld für Stadtentwicklung von unten.

Jahrelang oder sogar jahrzehntelang bleiben Flächen und Gebäude der Stadt ungenutzt, während gleichzeitig der Raum für die Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt immer knapper wird. Dies betrifft Wohnraum genauso wie Raum für soziokulturelle und politische Aktivitäten, für alternative Stadtteilzentren, Gärten oder Ateliers. Projekten wird gekündigt, weil die von ihnen genutzten Flächen plötzlich höhere Renditen versprechen, Mieten steigen und die ursprünglichen Bewohner werden aus ihren Stadtvierteln verdrängt.

Wir laden dich ein, gemeinsam mit uns auf die unhaltbare Situation aufmerksam zu machen und gleichzeitig zu zeigen, wie eine Stadt aussehen kann, deren Gesicht durch uns und nicht durch Großinvestitionen und Supermarktketten geprägt wird.

Offenes Vorbereitungstreffen

Am 22. Mai um 20 Uhr im Kukulida e.V. (Martin-Luther-Straße 1).

Warum die Königsbrücker 119?

Der früher als Wehrkreiskommando, Bußgeldstelle und Liegenschaftsamt genutzte Gebäudekomplex verfällt seit elf Jahren, da die Stadt eine Nutzung als Soziales Zentrum ablehnt und seit neun Jahren erfolglos versucht das Grundstück zu verkaufen. Wir wollen mit diesem Ort exemplarisch auf eine Politik hinweisen, die ehrenamtliches Engagement oft eher behindert als fördert.

Für eine lebendige Stadt müssen sich die BürgerInnen ihren Raum wieder aneignen. Sie müssen gemeinsam darüber bestimmen können, was mit den städtischen Flächen und Häusern passiert – gerade dann, wenn diese jahrelang nicht genutzt werden.

Hier geht es zum Programm…